Wie monetarisiere ich meine Webseite?

Lässt sich denn mit einer eigenen Website, einem Blog oder Forum Geld verdienen? Ja, das geht. Aber es geht nicht ohne Aufwand, Mühe und harte Arbeit. Ein Überblick.

Online Werbung verändert sich schnell

Die Welt der Werbung unterliegt einem schnellen Wandel. Vor einigen Jahren konnte man mit vergleichweise unaufwendigen Vergleichsseiten und Tests pro Monat eine ansehliche Summe erwirtschaften. Die Idee dahinter ist einfach. Man berichtet auf seiner Website oder im Blog über stimmte Produkte, überErfahrungen, gibt Tips und Empfehlungen für einen Kauf. Folgt ein User dieser kaufempfehlung, das heißt: Klickt er auf einen Link, der über ein Affiliatesystem zur Produktbestellung führt und wird diese Bestellung tatsächlich ausgeführt, verdient der Affiliatepartner eine gewisse Summe mit. So etwa 10 bis 20 Prozent des Nettoproduktpreises kann man als Orientierung ansetzen.

Viele sind auf den Zug aufgesprungen und das Web war voller „thin affiliates„, wie Google sie nannte, also voll von Seiten mit mit nur wenig Mehrwert für den nach Hinweisen suchenden User. In der Folge hat Google als Suchmaschine und Trafficeverteiler Nummer eins diese Seiten auf den Suchergebnisseiten nach hinten gestellt.

Erfahrungsberichte und Preisvergleiche

Nur wenige wirklich gut gemachte, mit nutzwertigem Content ausgestattete Vergleichsseiten haben überlebt und sich entsprechend weiterentwickelt.

Ein Sonderfall sind die Coupon- oder Gutscheinseiten, die auch die Affiliatemechanik verwenden, allerdings von den darüber erzielten Provisionen einen Teil an die Besteller zurückzahlen. Auch das läuft immer noch gut, wenn die Seite groß genug ist und die die Prozesse gut funktionieren. Doch auch das ist nicht ohne Aufwand zu betreiben.

Bezahlung pro Klick

Eine andere gängige Möglichkeit, seine Seiten zu monetarisieren, ist das Google Adsense Programm zu verwenden. Google versucht durch eine Analsyse des Seiteninhalts thematisch passende Anzeigen zu schalten, die pro Klick bezahlt werden. Der Werbekunde bietet einen gewissen Betrag für einen Klick, wobei im Erfolgsfall ein Teil Google zufällt, ein anderer an den Seitenbetreiber. Adsense ist einfach zu integrieren und transparent.

Bezahlung pro 1.000 Werbeeinblendungen

In der Internetwerbung gibt es neben der erfolgsabhängigen Vergütung (meist in Klicks berechnet) noch eine pauschalisiertere Variante basierend auf der Anzahl der gezeigten Werbeeinblendungen, eine Bezahlung nach TKP (Tausenderkontaktpreis, englisch: CPM, cost per thousand; das „M“ steht für „mille“). In kleinen Bereichen, abseits der großen Newssites auf Seiten, die wenig über ihre Besucher und Ausrichtung sagen können, wird selten auf CMP-Basis gebucht. Und wenn, dann sind die Preise anfangs bei 50 Cent bis 1,50 Euro.

„Lousy Penny“

Man darf das Potential also nicht überschätzen: Sagen wir, eine Seite verzeichnet im Monat 50.000 Besucher, die 100.000 Seitenansichten generieren undauf jeder dieser Seite ist ein Adsense Werbemittel eingebaut. Bei einer Klickrate von 0,02 Prozent macht das gerade mal 20 Klicks. Selbst wenn die Werbekunden 90 Cent pro Klick bieten müssen und man 50 Cent von Google pro Klick erhält, sind as gerade mal 10 Euro. Ein Hochtreiben der Klicktrate wäre angebracht, etwa durch bessere Passung von Inhalt und Werbeaussage. 0,1 Prozent Klickrate ist erzielbar. Im CPM-Bezahlmodell würde das 75 Euro bedeuten, wenn man 0,75 Euro TKP zugrunde legt. Für trafficstarke Seiten durchaus eine Option, zumal bei entsprechend zielgerichteter Aussteuerung viel höhere CMP-Preise gezahlt werden.

Viraler Content und usergenerierter Content

Statt besserer Passung und besserem Targeting könnte man versuchen, einfach den Traffic zu erhöhen und statt 100.000 Seitenansichten (was schon richtig viel ist) eine Million generieren, so dass dann 100 Euro herauspringen, doch das dürfte alles andere als einfach werden. Wo soll der Content herkommen, der 50.000 Besucher oder mehr anlockt? Grundsätzlich ist dies aber durchaus ein Weg: Man erzeugt sogenannten viralen Content, den die User so interessant oder witzig finden, dass sie den Link über soziale Netzwerke selbst weiterverteilen. Der Nutzer wird durch die Bild-Text-Aussage neugierig gemacht, so dass er auf einen Link klickt, weil er die ganze Geschichte lesen will, wobei auf der Zielseite dann die Werbung platziert ist. Aus diesem Grund sehen wir so viele niedliche Bilder in Slideshows, unglaubliche, „heftige“ Geschichten und schockierende Beiträge in unseren Timelines auf Facebook oder Twitter.

Eine Zeit lang war es möglich, hohe Zugriffszahlen mit Inhalten zu schaffen, die die Nutzer selbst erstellen. User generierter Inhalt war das Zauberwort und kam in Foren und auf Boards zum Tragen. Doch mit dem Erstarken von sozialen Netzwerken ist die Bedeutung von Boards und Foren drastisch gesunken. Die User posten ihre Inhalte lieber auf Facebook, wo sie oft per se ein größeres Potential an Lesern erwarten.

Relevanz als Ziel

Ein anderer Hebel ist es, die Klickrate auf die Werbemittel zu verbessern. Dies erreicht man dadurch, dass der Inhalt besser zu den Werbemitteln passt, also relevanter wird. Adsense versucht dies automatisch durch eine Analyse des Contents und der Ausspielung passender Ads. Aber nicht immer findet Google passende Ads und platziert irgendwelche Banner oder eigene. Daher sieht man auf so vielen Seiten Google Werbung, meist für Adwords.

In einem solchen Fall könnte man versuchen, die Inhalte mehr an werbeträchtigen Branchen auszurichten. Mobilfunk ist eine solche Branche.

Teuere Keywords

Auch im Finanzsektor oder im Versicherungsbereich lassen sich Einnahmen in hoher Größenordnung erzielen, vorausgesetzt, man hat den richtigen Content, die richtige Positionierung – genießt also entsprechendes Vertrauen – und findet genug Publikum. Diesen Dreiklang herzustellen, ist die Kunst dabei. Ab und an veröffentlicht jemand eine Liste mit besonders teueren Keywords. Hier ist ein Beispiel , zusammengestellt von Andreas Graap.

Interessant sind solche teueren Keyword eigentlich nur, wenn man dafür Content oder sogar ein Produkt anbieten kann und entsprechend viel Suchvolumen dahinter steht. Es gibt eben viele Keywords, für die die Werbekunden viel bieten, aber von vergleichsweise wenigen Leute für eine Websuche verwendet werden.

Ansonsten sind Klickpreise von über 30 Euro alles andere als üblich. Der Hauptanteil spielt sich wohl irgendwo zwischen 75 Cent und 8 Euro ab. Die Tendenz dürfte eher fallend sein, von Ausnahmen abgesehen, da sich die Nutzung stärker auf mobile Internetzugriffe verlagert und für „mobile Klicks“ sind Werbekunden nicht bereit ebenso hohe Beträge wie für „Notebook- oder „Desktop-Klicks“ zu bezahlen.

Adblocker umgehen mit Nativen Ads

Aktuell haben wir die Situation, dass die Vermarktung von Werbeplätzen im Web mittels Banner (in allen Erscheinungsformen) durch fehlende Akzeptanz auf Userseite bedroht ist. Der Anteil geschalteter, aber weggefilteter Werbung ist groß. Adblocker sind auf dem Vormarsch, auch im mobilen Feld. Wie hoch der Anteil der auf diese Weise weggefilteter Anzeigen ist, darüber gibt es unterschiedliche Schätzungen und Angaben. Adblocking selbst ist ein Geschäftsmodell. Große Werbenetzwerke zahlen Millionen für das Whitelisting, also das Durchlassen der Werbung. Dazu gehören Google und einige andere große Vermarkter, Affiliateplattformen eher nicht.

Vielleicht allerdings findet man eine Nische, die einerseits speziell genug ist, um sich eine Reputation aufzubauen und andererseits aber auch genügend Besucher und Klicks erwarten lässt. Damit ist man hochrelevant für diese eng begrenzte Zielgruppe und kann dann entsprechend relevante Werbung präsentieren, die mit höherer Wahrscheinlichkeit angeklickt wird.

Dieser Trend hat dazu geführt, dass Werbung und Inhalt so ineinander verzahnt werden müssen, dass diese kaum noch zu unterscheiden sind. Native Ads oder Content Marketing sind hier die Schlüsselbegriffe. Vorteil: Der Adblocker tut sich schwer, einen Beitrag als Werbung zu identifizieren. Nachteil: Der User kann Werbung und redaktionellen Inhalt auch nicht mehr sicher trennen.

Traffic ist immer gut, relevanter ganz besonders

Der Schlüssel ist jedoch immer die Anzahl der Besucher auf der Website. Auf einer inaktiven Seite mit wenigen Besuchern wird kaum ein Klick auf einen Banner oder Affiliatelink zu verzeichnen sein. Da kann der Content noch so gut sein. Wenn diese Seiten niemand findet, werden die Einnahmen bei Null bleiben. Man muss also SEO betreiben oder auf andere Weise Traffic akquirieren.

Seiten mit mittelmäßig gutem Content werden es schwer haben, das Besucherpotential zu monetarisieren. User sind recht geizig mit ihren Klicks. Sie klicken einfach nicht mehr auf alles, was ihnen angeboten wird. Heute muss der Besucher und potentielle Kunde schon einen triftigen Grund geliefert bekommen ehe er sich zu einem Klick hinreißen läßt.

Joy of Use

Elemente auf der Seite, die nicht ganz richtig dargestellt werden, ungewöhnlich oder irritierend sind, führen zu weniger Klicks auf der Seite, egal ob es sich um Navigationsklicks handelt oder um Klicks auf Werbemittel. Der User muss sich wohlfühlen. Dieses Phänomen wird oft mit den Buzzwords Easy of Use oder Joy of Use bezeichnet; beides sind wichtige Voraussetzungen für erfolgreiches Vermarkten.

Um alles richtig zu machen, also den richtigen Content mit den richtigen Werbemitteln zu monetarisieren, muss das Design in Ordnung sein. Dazu muss nach wie vor Suchmaschinenoptimierung betrieben werden und über soziale Netzwerke ein interessanter, viraler Teaser bereitgestellt werden, und zwar immer und immer wieder. Neben seinen Trafficzahlen, die die Webseite generiert, muss man nun also auch Social Media KPIs (Key Performance Indicators, also Schlüsselwerte) im Auge behalten und weiterentwickeln. Somit hat man wirklich viel zu tun und ist als Einzelkämpfer schnell überfordert.

Über 1.000 Euro pro Monat mit 30.000 Sitzungen sind möglich

Dennoch gibt es immer wieder Talente, die das schaffen. „Selbständig im Netz“ ist eine Site, die Blogs und andere Webseiten beobachtet und die Einnahmen dieser Seiten zusammenstellt. Die Betreiber berichten darüber. Im Juli 2015 berichtet „Selbständig im Netz“  von monatlichen Einnahmen um die 100 bis 150 Euro bei Zugriffszahlen in der Größenordnung von 2.000 bis 5.000 Usern im Monat. Die berichteten Top Verdiener wie etwa maennerwelt.info kommen mit 30.000 bis 31.000 Sitzungen auf 1.119 Euro, hauptsächlich aus Partnerprogrammen. Das ist ein schönes Zubrot. Leben kann man davon sicher nicht. Dafür müsste man schon drei oder vier solcher Seiten betreiben.

Bei den beobachteten Seiten spielen Banner übrigens immer eine eher untergeordnete Rolle. Der Schlüssel sind wohl die passenden Partnerprogramme und eine gesunde Mischung aus verschiedenen Einkommensströmen. Die Suche nach dem richtigen Vermarkter ist manchmal nicht so einfach. Oft hat man den Fall, dass ein Netzwerk in einem Bereich funktioniert, in einem anderen überhaupt nicht. Eine gute Übersicht über Vermarkter finden wir auf www.vermarktercheck.de

Reichweitenstarke Vergleichswebseiten werden nicht mehr von Einzelkämpfern betrieben. Der Aufwand für die Redaktion, die Autoren, die eigene Vermarktung (zum Beispiel SEO, Link- und Clickbaits), Technik und Programmierung ist einfach zu hoch als dass es noch von nur einem Menschen zu bewerkstelligen wäre.

 

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