Warum kommen manche Mails erst wesentlich später an?

Das Versenden einer E-Mail verursacht kaum Kosten. Daher ist die Versuchung groß, zu Werbezwecken automatisch möglichst viele E-Mails an möglichst viele Empfänger zu schicken. Dieses Phänomen ist als Spam bekannt und soll angeblich über 90 Prozent des gesamten E-Mail-Verkehrs ausmachen. Natürlich gibt es Gesetze dagegen, doch die können die Flut auch nicht eindämmen. Es gibt einige Instrumente, die schneller wirken, die aber unterschiedlich lange Zustellzeiten bewirken können.

Logisch, dass bei einem derart massiven Spamaufkommen auf Providerseite oder auch auf Empfängerseite einige technische Gegenmaßnahmen nötig sind. Die algorithmisch vorgenommene Einteilung, ob eine Mail als Spam einzustufen ist oder vielleicht doch erwünscht ist, ist aber durchaus eine Herausforderung.

Viele Anti-Spam-Verfahren basieren auf Sperrlisten (Blacklists), Listen ausdrücklich zugelassener Absender (White Lists) und auf heuristischen Verfahren, die mit Wahrscheinlichkeiten arbeiten. 

Ein anderer Ansatz ist, wie ein Spammer zu denken und zu überlegen, was er mit den oft erbeuteten Ressourcen erreichen will. Gerade die sogenannten Scammer, die versuchen gutgläubigen Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen, indem sie vorgeben eine Millionensumme an Geld zu überweisen, wenn man zunächst erst einmal in umgekehrter Richtung einige Tausend Euro überweist, haben eine knappe Ressource, nämlich die Zeit, die aufgewendet werden muss, wenn ein potentielles Opfer tatsächlich Interesse bekundet. Man kann also auch den Scammern etwas Zeit stehlen, indem man – automatisch oder nicht – zum Schein auf das Angebot eingeht. Zuhause sollte man das nicht tun, denn es ist wahrscheinlich, dass sich die Maillawine noch vergrößert. Einige Medien haben über solche Experimente berichtet, wie zum Beispiel die Computerwoche. Es gibt auch einen recht witzigen TED-Talk des Komikers  James Veitch.

Spammer möchten in der Regel ihre Spam-Message möglichst schnell möglichst oft versenden ehe die Quelle – oft ein gekaperter Computer oder Server – entdeckt wird und auf einer Sperrliste landet und nur dann individuell antworten, wenn es sich vielleicht lohnt. Nur so funktioniert ihr Betrugs- oder Werbemodell. Ein Spammer will keine weiteren zeitraubende Zustellversuche unternehmen, wenn ein Mailpostfach die Spammail nicht annimmt. Eigentlich aber sollen sendende Mailserver mehrere Zustellversuche unternehmen, wenn es das erste Mal nicht klappt. So sehen es die entsprechenden RFC-Übereinkünfte (Request for comment) für den E-Mail-Dienst vor.

Genau hier kommt das Greylisting ins Spiel. Dabei werden Mails von zunächst noch unbekannten Absendern absichtlich zunächst abgelehnt. Korrekt konfigurierte Mailserver unternehmen einen weiteren Zustellversuch. Spamversender tun dies nicht. Je nach Konfiguration des sendenden Mailservers dauert es eine gewisse Zeit bis zum nächsten Zustellversuch.

Auch goneo setzt diese Anti-Spam-Taktik ein, allerdings ist das Verhalten des Systems vom Kunden steuerbar. Im goneo Kundencenter gibt es die Möglichkeit, pro Postfach Greylisting zu deaktivieren. Zugänglich ist das Menü über https://kundencenter.goneo.de per Kundennummer und Passwort. Der übergeordnete Menüpunkt heißt „E-Mail“.

Danach wählt man aus, welcher E-Mail-Domainname bearbeitet werden soll.

goneo Kundencenter E-Mail Domain

Mit einem Klick auf das entsprechende Schraubenschlüsselsymbol am Ende der Zeile mit dem zu bearbeitenden E-Mail-Domainnamen gelangt man auf die nächste Seite, auf der man dann das entsprechende Mailpostfach auswählt.goneokundencentermailboxwae

Mit einem Klick auf den Schraubenschlüssel in der Spalte „Bearbeiten“ ruft man die Seite auf, auf der die Anti-Spam-Einstellungen verändert werden können.

goneogreylistingimkc

Neben einigen weiteren Einstellungen kann man hier das Greylisting als Anti-Spam-Maßnahme für diese Mailbox deaktivieren. Die Grundeinstellung ist „an“, ebenso wie bei „Virus-Schutz“ und „Spam-Schutz“.

Sie können mit dem Schieberegler die Empfindlichkeit verändern. Dies bewirkt eine Anhebung beziehungsweise Absenkung des Schwellwerts, ab dem eine Mail als Spam klassifiziert und behandelt wird. Hintergrund: Es gibt viele Kriterien, die miteinander in Beziehung gesetzt werden, um eine Maßzahl zu errechnen, die angibt, mit welcher Wahrscheinlichkeit es sich bei der untersuchten Mail um eine Spam-Mail handelt. Mit dem Regler bewirken Sie also eine Veränderung der Sensitivität der Spamerkennung.

Man kann also zum Beispiel Greylisting deaktivieren, wenn es recht oft passiert, dass wichtige Mails zu spät eintreffen. Allerdings verzichtet man dann komplett auf diese Anti-Spam-Maßnahme. Ob sich der Verzicht lohnt, hängt hauptsächlich von den Kommunikationspartnern ab, die berechtigterweise Mails zuschicken sollen. Es lohnt sich unter Umständen, etwas mit dieser Option zu experimentieren.

Mehr über das E-Mail-System findet man im goneo Glossar im Artikel „Mail“.

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