Webseiten vorgestern, gestern und heute

Wie haben sich Webseiten seit den Nullerjahren, also so seit 1999 bis 2009 eigentlich weiterentwickelt? Vielleicht wird das am deutlichsten, wenn man versucht, sich die alten Webseiten einmal anzusehen. In den Nullerjahren ging die Verbreitung von privaten Webseiten los. Viele Universitäten gestatteten es ihren Studenten, auf den Uniservern ein paar Megabytes mit eigenen Daten zu belegen. Die Adresse war meistens mit einer Tilde ( „usr.uni-beispiel.com/arts/homepages/~somename/“ ).  Das sollte eigentlich  den akademischen Austausch erleichtern. Manche haben aber auch angefangen, mit HTML zu experimentieren. Später konnte auch Ottonormalbürger eine eigene Homepage erstellen. Das war die große Zeit von Diensten wie Geocities und Tripod, später auch Angelfire. Wer sich heute einen Eindruck davon verschaffen will, wie eine typische private Homepage damals aussah, kann es mal mit der Waybackmachine versuchen. So sah zum Beispiel die Webpräsenz der Stadt Minden 1998 aus.

Intensive Farbgebung und ein Counter (in dem Beispiel  mit sagenhaften 8.800 Besuchern nach einem Jahr) war damals auch Pflicht, Hintergrundgrafik und Gästebuch sowieso. Zudem musste man oft mehrere Codevarianten für die zwei gängigen Browser Internet Explorer und Netscape Navigator anbieten.

Gerne eigesetzt wurden auch blinkende, animierte Gifs. Die Trafficgenerierung von einst war damals  der Eintrag in möglichst viele Webkataloge und Verzeichnisse. Oder man war Teil eines  „Webrings“, die man nutzen konnte. Das waren thematisch orientierte Linklisten, denen man die eigene Site hinzufügen konnte. Wer Klicks haben wollte, war verpflichtet, auch den Link zum jeweiligen Webring anzubringen.

Wer heute ein Facebookprofil hat, kann die Inhalte verwenden, um sich mit http://geocities.buzzfeed.com/eine private Homepage im Stil der späten 1990er Jahre simulieren zu lassen. Es werden einige Elemente aus Facebook verwendet, neu arrangiert und in ein typische Design gebracht. Einige vordefinierte Stile kann man ausprobieren. Das Ergebnis sieht dann so ähnlich aus:

 

Sollte es keinen sichtbaren Unterschied zwischen der geocities Buzzfeed Version und ihrer heutigen Homepage geben, sollten Sie vielleicht einmal an ein Update denken.

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