Bye Bye Orkut: Das nächste Social Network macht dicht

In Deutschland war Orkut bei weitem nicht so populär wie in Brasilien oder Indien. Dennoch hatte Orkut, das zu Google gehört, auch hierzulande eine tendenziell steigende Nutzerschaft. Nun schließt Google dieses soziale Netzwerk. Google will Inhalte der öffentlichen Orkut Gruppen in ein Archiv stellen. Wer will, kann sich seinen Usercontent herunterladen.

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Deutsche Orkut Nutzer haben heute eine Mail bekommen, in der Google auf die Schließung von Orkut hinweist. Das Schließungsdatum ist schon am 30.9.2014 und damit  erstaunlich kurzfristig.

Allerdings kann man mit dem Google-Dienst „Takeout“ seine Orkut-ldaten herunterkopieren. Eine Migration in überlebende Google-Dienste wie Google Plus gibt es nicht. Man erhält ein Zip-Archiv mit in HTML formatierten Profil- und Contentdaten. Diese könnte man dann natürlich etwa in einer Google Plus Community verwenden.

Google selbst möchte ein Onlinearchiv betreiben. Wer verhindern will, dass seine Informationen und Inhalte in dieses Archiv gelangen, sollte Orkut aus dem Bestand der genutzten Google Produkte auf der Kontoseite entfernen.

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In der deutschen Version lautet der Menüpunkt, der Zugriff zu der Löschfunktion verschafft „Datentools“. Unter diesem Tab findet man eine Sektion „Datentools“ (neben „Speicher“ und „Kontoaktivitätsmanager“). In der Sektion „Datentools“ findet man dann einen Link „Produkte löschen“ bei „Kontoverwaltung“.

Auf der Folgeseite kann man dann „Orkut vollständig entfernen“ anklicken.

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Diese Schließung zeigt uns einmal mehr, dass man als User den Lebenszyklus einer Social Communities nie richtig abschätzen kann. Das Ende kommt oft schneller als man denkt. Die Betreiber sind mit dem Usercontent meist gnadenlos. Doch wenn man all die Stunden zusammenzählen würde, die die User aufgewendet haben, um Inhalte zu produzieren würde, käme man wohl auf astronomische Zahlen. Aufwände, die einfach – für die User fremdbestimmt – einfach vernichtet werden.

Von daher ist es geradezu nett von Google wenigstens eine Downloadmöglichkeit für den eigenen Content in Orkut anzubieten.

Eigene, publizierte Inhalte hat man in Social Communities nie unter Kontrolle. Wir können uns heute nicht vorstellen, dass Facebook und Twitter nicht mehr existieren oder nicht mehr in dieser Form. Völlig undenkbar ist eine Schließung allerdings nicht.

Also: Nur auf eigenem Webspace kann man sich sicher sein, dass die eigenen Inhalte und eigener Kontrolle sind. Viel besser ist es, Informationen, Gedanken, Meinungen auf einer eigenen Webseite zu veröffentlichen. Diese kann man auch wieder entfernen oder ändern, wenn man möchte.

 

 

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2 Kommentare zu Bye Bye Orkut: Das nächste Social Network macht dicht

  1. Für mich sehe ich das ganz entspannt:

    Selbst mal angenommen, Google würde von heute auf morgen alle seine Dienste einstellen, dann wäre das für mich kein Weltuntergang, obwohl dann sowohl mein Blog wie meine Aktivitäten auf Google+ verschwunden wären. Dann wären lediglich meine schriftlich festgehaltenen und geäußerten Gedanken verschwunden, aber nicht die Spuren, die diese Gedanken in den Köpfen der Menschen hinterlassen haben.

    Denn meine vielen Gedanken, die ich in persönlichen Gesprächen austausche, sind ja auch nicht schriftlich festgehalten und dennoch nicht verloren.

    • aber nicht die Spuren, die diese Gedanken in den Köpfen der Menschen hinterlassen haben.

      Das gilt für die Menschen, die bereits die Blog-Posts oder Kommentare gelesen haben. Die, die sie noch nicht gelesen haben, haben aber nach der Löschung keine Chance mehr.

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