Domain-Industrie-Lobbyverband will mehr Einfluss

Die Domain-Industrie will mit ihrem Verband Domain Name Association („The DNA“) mehr Einfluss haben und hat vor einiger Zeit die „Healthy Domain Initiative“ (HDI) gegründet, unter anderem, um auf Regulationsverfahren Einfluss zu nehmen und den Fortbestand von Domains als Basis für sichere Geschäftsprozesse zu bewahren und weiterzuentwickeln.

Ein wichtiger Hauptakteur der Initiative ist die Public Interest Registry (PIR), bekannt als zuständige Registry für die .org-Top Level Domain. Die PIR wurde als nichtgewinnorientierte Organisation von der Internet Society ins Leben gerufen, nachdem Versign die Verwaltung dieser Top Level Domain abgeben musste. Der Vorstoß ist nach heftiger Kritik an einem neuen Beschwerdeverfahren gestoppt worden. Man fürchtet die Entstehung einer Art Internetpolizei.

Im Fokus der HDI steht die Absicht, Fehlentwicklungen in der Domainbranche trotz eines weiteren Wachstums zu verhindern. Domainnamen sollen weiter Basis für sichere Geschäftsprozesse sein. Dabei geht es um Dinge wie Missbrauch von Domainnamen in markenrechtlicher und urheberrechtlicher Hinsicht, Schaffung von Kontrollsystemen unter dem Prinzip der Selbstkontrolle und Entbürokratisierungen bei Beschwerdeverfahren.

Zum Selbstverständnis der Healthy Domain Initiative gibt es bei ICANN eine Präsentation (PDF): http://ow.ly/LZZC309Hp5D

Als problematisch wird die Idee und Absicht der HDI betrachtet, ein Beschwerdeverfahren analog der Uniform Domain-Name Dispute-Resolution Policy (UDRP) gegen Webinhalte einzuführen. Kritik kam insbesondere auch von der Electronic Frontier Foundation, die sich als Nichtregierungsorganisation für die Erhaltung der Grundrechte im Informationszeitalter einsetzt und der Internet Commerce Association, die die Rechte von Domainnameninhabern und Serviceprovidern verteidigen will. Beide Organisationen befürchten, dass aus der HDI eine Art Internetpolizei oder Schattenregulierer entstehen wird. Schließlich engagieren sich in „The DNA“ auch wichtige Unternehmen mit klaren Geschäftsinteressen wie Donuts (zuständig für hunderte von neuen Top Level Domains), Google und Rightside.

Der Vorstoß für ein Beschwerdeverfahren gegen Inhalte von Websites ist zunächst aufgehalten. Die PIR hat in einem Blogbeitrag davon gesprochen, die Entwicklung des strittigen Beschwerdeverfahrens zu „pausieren“. Nicht absehbar ist, ob die gesamte Initiative damit gestorben ist.

 

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