Quo vadis, Domains?

Rick Schwartz investiert in Domainnamen seit 1995. Seine Tweets zum Thema sind legendär. Aktuell macht sich Schwartz Gedanken zu der Entwicklung globaler Top Level Domains.

Was meint „Domainking“ Schwartz damit?

Früher habe es den Trend gegeben, Domainnamen in großem Stil zu sammeln. Es gab (und gibt) Leute, die „Domainers“, die daraus ein Geschäftsmodell für sich gemacht haben: Registriere möglichst interessante Domainnamen unter allen möglichen Top Level Domains und versuche sie an Interessenten zu verkaufen, die dafür hohe Preise bieten. Die Nachfrage nach Domainnamen, die von Endnutzern angetrieben wurde, hat die erzielbaren Preise hochgedreht. Und dies sei heute nicht mehr der Fall.

Schwartz sieht eine Sättigung erreicht: Wer heute eine Domain will oder braucht, habe inzwischen eine, und die zwei bis drei Milliarden Menschen, die keine besitzen, werden wohl nie eine registrieren.  Das verschlechtert die Geschäftsaussichten für eine Domain.

Aussagen wir diese inspirierten The Domains zu einem ausführlicheren Artikel zu der Frage, wie es um die Zukunft der TLD bestellt sei.

Bleiben Domain-Wiederverkäufer im Geschäft?

Ein großer Teil der Domainregistrierungen seien, so Schwartz, vorgenommen worden, um diese Domains später gewinnbringend zu veräußern. Nur ein Prozent der von einem Domainer registrierten und geparkten Domains würden pro Jahr tatsächlich verkauft werden. Unter hundert auf Verdacht registrierten Domains muss also eine echte Perle dabei sein.

Es gibt allerdings auch Signale, die dafür sprechen, dass sich mit dem richtigen Domainnamen immer noch Geld verdienen lässt – es muss eben nur „der richtige“ sein. Der Domainname „cloud.hosting“ kostet auf einer wichtigen Auktionsplattform über 85.000 Euro, allerdings ohne, dass jemand aktuell dafür bietet. Für „cloud.me“ bieten Interessenten auf einer anderen Auktionsplattform  30.000 US-Dollar.

Die richtige Domain für’s Marketing

Für Marketingzwecke können Domainnamen offensichtlich immer noch ein wichtiges Tool sein. Ohne echte Nachfrage könnte man solche Domains sicher nicht auf dieses Preisniveau treiben. Doch auch dahinter, und da mag Schwartz wiederum recht haben, steht eine neue Entwicklung – in diesem Beispiel eben, dass es eine hohe Nachfrage nach Domains mit „cloud“ im Domainnamen gibt.

Schnelles, organisches, durch Endkunden getriebenes Wachstum wie in der großen Goldgräber- und Glücksritterphase des Webs um die Jahrtausendwende ist aktuell wohl nicht vorstellbar. Daran ändern auch die neuen Top Level Domain nicht. Kam jemand, so Schwartz, kenne diese neuen Endungen überhaupt. Dot-Com sei immer noch das höchst der Gefühle.

An den guten Ruf einer de-Domain kommt kaum eine Endung heran

Bei goneo bieten wir die für Deutschland wichtige de-Domain an. Trotz der 16 Millionen registrierten Landesdomains hat man immer noch Möglichkeiten, auf eine alternative Schreibweise oder Formulierung auszuweichen, wenn der eigentliche Name belegt ist.

Länderdomains signalisieren zudem die Sprache, die man auf der dahinter liegenden Website erwarten kann und stellen klar, dass es sich um ein deutsches Produktangebot oder einen deutschen Anbieter handeln dürfte.

Gelegentlich finden sich auch Top Level Domains, die aus aus Marketinggründen oder Plausibilitätsgründen Sinn geben. Dazu gehören die neuen Top Level Domains .cloud oder .blog, die ausdrücken, welches Angebot beim Aufruf eines solchen Domainnamens zu erwarten ist. Die TLD .de erscheint uns aber immer noch als beliebter. Vielleicht, weil sie als vertrauenswürdiger gilt und bekannter ist (so wie .com in den USA), vielleicht aber auch, weil sie schlicht günstiger ist. Eine .de Domain gibt es bei goneo für 19 Cent im Monat.

Verändertes Such-, Informations- und Kommunikationsverhalten von Verbrauchern?

Möglicherweise rührt ein gestiegener Bedarf nach Domainnamen wie er sich in steigenden Domainpreisen auf dem Sekundärmarkt niederschlägt, auch von einem sich ändernden Userverhalten her: Jüngere Zielgruppen tendieren vor Kaufentscheidungen stärker als ältere dazu, sich im sozialen Umfeld über Messenger über ein Produkt oder einen Händler Informationen einzuholen.

Vor einiger Zeit noch war die Suchmaschine der erste Kontakt – und oft auch der einzige Kontakt – vor dem Besuch einer Händlerwebsite, auf der der Kauf dann auch ausgeführt wurde. Mittlerweile hat sich das Kaufverhalten schon so weit habitualisiert, dass zuerst auf Amazon nach einem gewünschten Produkt gesucht wird – „Amazon Prime“ trägt dazu bei. Die kleineren Händler haben es schwer und machen sich gegenseitig mit Abmahnungen das Leben zur Hölle. Die nächste Stufe wird die Produktsuche über Amazon Echo sein, per Spracheingabe.

Für diese neuen Arten Kommunikation und der natürlichsprachlichen Mensch-Maschine-Interaktion ist es dann von Vorteil, wenn der Name des Produkts oder der Produktgattung Bestandteil des Domainnamens ist. Das lässt sich mündlich einfach leichter kommunizieren. Und dafür sind Domainnamen eigentlich da. Sie sind für Menschen gemacht, nicht für Maschinen.

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