Schmerzen mit dem neuen WordPress-Editor: Gutenberg braucht noch Zeit

Bild von Johannes Gutenberg, Erfinder des Buchdrucks

Wer hat’s erfunden? Erst kam der Buchdruck, dann WordPress. Gutenberg ist Namensgeber für einen neuen Editor in der meistverbreiteten Open-Spource-CMS-Anwendung der Welt.

Interessiert dich die Entwicklung des neuen Gutenberg-Editors für WordPress? Auf Github ist der neue Editor auch etwas beschrieben und als Screenshot abgebildet, so dass du dir schon einmal eine Vorstellung machen kannst.

Der eigenentwickelte Editor ist natürlich noch in der Entstehungsphase, aber da das WordPress-Team agil entwickelt, wird das Projekt auch schon einigen Tests ausgesetzt, deren Ergebnisse dann wieder in die Entwicklung einfließen.

So gab es Anfang Juli 2017 einen Accessibility-Test für Gutenberg. Auf Github konnten die Tester dann kommentieren, was ihnen auffiel.

Im Ergebnis, über das auf wordpress.org berichtet wird, wird Gutenberg zum jetzigen Stand eher negativ beurteilt („…too complicated and busy“, Geof)

 

Ein anderer Tester hat geschrieben, – sinngemäß – : „Nutzt das mal auf wordpress.com, aber lasst uns, die wir WordPress selbst hosten, die Wahl, welchen Editor wir verwenden wollen.“

Die Skepsis ist also offenbar groß.

Allerdings sind solche Feedbacks eher die Regel, wenn sich in einem Service oder Produkt Dinge ändern. Manche Leute laufen dagegen Sturm, einfach weil etwas anders ist, ungewohnt und neu, besonders dann, wenn es keine klare Verbesserung oder wesentliche Vorteile gibt. So eine Veränderung muss sehr, sehr sachte angegangen werden, um Nutzer nicht zu verärgern.

Es gibt aber wohl auch Vorgänge, die mit dem neuen Editor leichter fallen als mit der jetzigen Lösung. So kann man Tags, auch HTML-Tags einfacher einfügen oder Contentblöcke verschieben. Gerade letzteres ist in der aktuellen Lösung wirklich nicht gut.

Wie die Posts idealerweise aussehen könnemn, ist an diesem Beispiel gezeigt.

Auf der Negativseite steht, dass das Verhalten des Editors bei Blockoperationen noch nicht gut ist und zu Nerverei führt. Manche Operationen, die bisher kein Problem waren, lassen sich aktuell mit dem Gutenberg-Editor gar nicht ausführen. Wie das im einzelnen aussieht, kann man sich in den eingebetteten Screencast-Videos ansehen.

Gutenberg soll auch auf mobilen Geräten eine bessere Erfahrung liefern. Das ist offensichtlich noch nicht wirklich der Fall.

Der Editor kann als Plugin (auch auf Deutsch verfügbar) bereits verwendet und getestet werden: https://wordpress.org/plugins/gutenberg/

Wer sich als Usability Experte berufen fühlt, Input zu geben, wird gebeten, dies zu tun:
https://make.wordpress.org/accessibility/2017/07/05/help-needed-from-accessibility-experts-with-the-development-of-gutenberg/

Die Entwicklung einer neuen „Editing-  and writing experience“ ist einer der Top-Prioritäten bei WordPress, sagte Matt Mullenweg auch in einem Interview mit Presswerk. Mullenweg hat die Core-Entwicklung für WordPress vor einiger Zeit wieder selbst übernommen. Das Audiofile mit dem auf Englisch geführten Interview ist hier zu hören. Ab Minute drei geht es konkret um die Ziele für 2017.

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