Südafrikas Domainvergabestelle ZARC löscht 12.000 Domains

ZARC ist die südafrikanische Registry (vergleichbar mit der deutschen DENIC) für die sogenannte country code Top Level Domain (ccTLD) .za.

Nun löscht die Registry am 1.September 2017 um die 12.000 Domainnamen mit der Endung .org.za.

Wie Kevin Murphy auf Domain Incite schreibt, betrifft die Löschung etwa ein Drittel aller org.za-Domains.

Viele der betroffenen Domainnamen bestehen aus englischen, lexikalen Begriffen. Genannt werden Domainnamen, die als „Premium-Domain“ ein Vielfaches Wert sein dürften, verglichen mit einer standardmäßigen, jährlichen Verlängerungsgebühr.

Tatsächlich sehen die „Policies & Procedures“ nun Premium-Domains unter org.za vor.

In der Liste der zu löschenden Domains finden sich Einträge wie africa.org.za, cool.org.za, dating.org.za, formula-1.org.za, 365.org.za, porn.org.za und sex.org.za.

Ab 1.September sollen die gelöschten Domainnamen wieder zur Verfügung stehen und nach dem „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“-Prinzip neu vergeben werden.

Die Löschung kommt allerdings nicht aus heiterem Himmel: Eine erste Änderungsankündigung hat die ZARC bereits vor einigen Jahren verschickt und auf geänderte Vergaberichtlinien hingewiesen.

Altkunden, die Domains bei der Vorgängerregistry Internet Solutions registriert hatten, wurden aufgefordert, zu einem akkredierten Registrar zu wechseln. Viele haben das getan, einige nicht.

Die .ZA Domain Name Authority (ZADNA) hatte seinerzeit den Auftrag der operativen Verwaltung der .za-Top Level Domain an die ZA Central Registry (ZACR) delegiert.

Domaininhaber, die nicht reagierten und nicht wechselten, sind nun von der Löschung betroffen.

Fazit

Versuche, neben der Standardregistriergebühr eine Preisliste für sogenannte Premium-Domains zu etablieren, kennt man eigentlich nur von Registries, die neue Top Level Domains (nTLDs) vertreiben.

Hier ist es gängige Praxis, dass Registries nach ihrem Belieben ausgesuchte Domainnamen unter „ihrer“ TLD zu beliebigen Preisen anbieten.

Die Folge: Bei vielen nTLDs gibt es Premium-Domains , die vergleichsweise teuer sind, so als ob man diese von einem Zweitmarkthändler angeboten bekäme.

Diese erhöhte Registriergebühr wird aber nicht nur einmal fällig, sondern – je nach Registry – teilweise auch jährlich mit jeder Verlängerung.

Nun nutzt eine größere ccTLD-Registry die Möglichkeit, Premium-Domains gesondert zu bepreisen.

Allerdings ist die ZACR nicht die erste ccTLD, die die so verfährt. Neustar, Registry für die wenig bekannte .us-Domain, die eigentliche ccTLD für die USA, bepreist Domainnamen mit nur ein oder zwei Zeichen als Premium Domains.

Nun könnte man anführen, dass Domains im Zeitalter der Distribution von Inhalten über soziale Medien nicht mehr so bedeutsam sind.

Dies ist nur sehr teilweise richtig. Jüngste Ereignisse zeigen: Die eigene Domain ist unabdingbar wichtig für die Sichtbarkeit der eigenen Inhalte.

Soziale Medien zum Beispiel können Inhalte niedrig priorisieren, ganz unterdrücken oder löschen. Es ist aktuell naheliegend, dabei vorwiegend an politische Inhalte zu denken.

Allerdings erleben auch Markeninhaber und Gewerbetreibende eine offenbar systematische Absenkung ihrer Sichtbarkeit auf Social-Media-Plattformen, die für die Verbreitung von werblichen Botschaften bezahlt werden wollen.

Facebook begründet diesen Effekt mit der steigenden Anzahl an Posts, die von Page-Betreibern stammen. Das heißt aber auch: Der Effekt ist zweifelsfrei vorhanden.

Auf die Sichtbarkeit in Newsfeeds oder Timelines haben die Inhalteanbieter keinen direkten Einfluss.

Wie wichtig die eigene Domain tatsächlich ist, merkt man, wenn man diese, aus welchem Grund auch immer, verliert. Keiner sieht mehr die Inhalte, keiner kann mit dieser Domain eine E-Mail versenden oder empfangen.

Unter der ccTLD .de für Deutschland gibt es keine ausgewiesenen Premium Domains. Neue .de Domains können bei goneo sehr günstig reguistriert werden. Der Preis pro Monat beträgt nur 19 Cent, inklusive Mehrwertsteuer.

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