Mozilla 2016: Über 500 Millionen Dollar Erlöse aus Suchmaschinenkooperationen

Die Mozilla-Stiftung, die Non-Profit-Organisation, die unter anderem den Firefox-Browser veröffentlicht, hat ihren Tätigkeitsbericht für 2016 vorgelegt. Demnach ist der Erlös im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent gestiegen, auf 520 Millionen US-Dollar.

Der Löwenanteil der Erlöse von Mozilla stammt aus Partnerschaften mit Suchmaschinenanbietern. Über einen kommerziellen Arm, die Mozilla Corporation, hat Mozilla Verträge mit  Google, Yahoo, DuckDuckGo, Baidu und Yandex abgeschlossen.

Alleine aus diesen Kooperationen flossen Mozilla im Jahre 2016 etwa 506 Millionen Dollar zu, ein deutliches Plus im Vergleich zu den 414 Millionen Dollar im Vorjahr. Das geht aus dem Bericht hervor, der im Mozilla-Blog veröffentlicht ist.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch Ausgaben. Schließlich beschäftigt Mozilla aktuell um die 1.200 Mitarbeiter, so Cnet. Für Softwarenentwicklung, Programmierung, Support und Fundraising gab Mozilla 2016 etwa 360 Millionen Dollar aus, etwas mehr als im Vorjahr.

Ins Jahr 2016 fällt auch der Start der Beteiligung am Münchner Startup Cliqz, an der Hubert Burda Media wesentlich beteiligt ist. Cliqz stelllt Antitracking- und Suchtechnologie her.

Noch ist Cliqz nicht in Firefox integriert, über ein Add-on lässt sich bereits aber jetzt erkennen, wie man sich das Ergebnis der Einbindung vorstellen kann: Während einer Eingabe in die Adress-/Suchbox werden Vorschläge für Treffer und bereits konkrete Snippet-Inhalte geliefert. Firefox hat vor einiger Zeit für einen kleinen Teil der Downloads das integrierte Cliqzfeature von Haus aus freigeschaltet.

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit „Pocket“ hat Firefox noch eine weitere Funktion für Suchvorschläge. In diesem Fall werden Content-Kacheln auf einer frischen Browserseite angezeigt.

Fazit

Mozilla traut man derzeit nach dem erfolgreichen Launch der neuen Firefox-Version 57 (Quantum) wieder zu, im Kampf gegen den Rivalen Google Chrome Punkte gut zu machen.

Ob dabei Integrationen wie Cliqz das Zeug zum Game Changer haben, bleibt abzuwarten, vor allem, da Mozilla an Cliqz beteiligt ist, aber nicht die volle Kontrolle darüber hat. Im Erfolgsfall, also wenn Firefox es schafft, Google Chrome relevante Marktanteile abzujagen, stellt sich die spannende Frage, was Google denn tun wird. Einfach weiter Millionen für die Integration der Suchmaschine als Standard bezahlen? Muss Mozilla dann diese Einnahmeausfälle via Cliqz kompensieren?

Genauso wie Google den Chrome Browser mit hohem Aufwand pusht, muss wohl auch Mozilla in Zukunft einiges aufwenden, um seiner Message vom sicheren, schnelleren, besseren Internet als Ziel Gehör zu verschaffen. Das heißt Marketing und Produktentwicklung.  Die Kriegskasse ist zumindest einigermaßen gefüllt.

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