Von WordPress, Gutenberg, der eigenen Website und der wirtschaftlichen Lage

Auch wenn die Sommerzeit dafür sorgt, dass nicht allzu viele Technologie-Nachrichten eingehen, bleibt es spannend: Die WordPress-Welt diskutiert über Gutenberg, den neuen Editor, der Teil des WordPress Kerns werden wird. Beim WordCamp in Belgrad wurde nun ein Fahrplan zur Einführung vorgestellt.

Dies ist auch Thema in der aktuellen Episode des goneo Webmacher Podcasts, mit dem wir wöchentlich einige News, Infos, Tipps und Anregungen für alle Webseitenbetreiber vermitteln wollen.

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In der Podcastepisode geht es auch kurz um Google mit dem neuen Google Pay, eine neue angekündigte Version für Googles Adwords – „künftig Google Ads“ und um eine offizielle Podcast-App von Google für Android, von der man hoffen darf, dass sie tiefer integriert wird.

Weitere Shownotes

Google Podcast App
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.google.android.apps.podcasts&hl=de

Google Pay
https://www.googlewatchblog.de/2018/06/google-pay-die-banken/ 

Google Ads (statt Adwords)
https://www.thinkwithgoogle.com/intl/de-de/insights/blog/wir-stellen-vor-das-neue-google-ads/

WordPress-Nutzung wächst auf über 30 Prozent

Nun sind es 31 Prozent aller Websites weltweit, die unter WordPress laufen. Das Analyseunternehmen w3techs macht diese Untersuchungen bzw. Zählungen und Hochrechnungen, basierend auf einer Million Webseiten, und zwar der reichweitenstärksten Seiten gemäßg Alexa.com (dies ist ein Service von Amazon und hat nichst mit dem Sprachassistenten von Amazon zu tun; Amazon hat den Datendienst gekauft und als eigenes Angebot fortgeführt).

Nach dieser Erhebung ist WordPress also weiterhin das am meisten verwendete Tool, um eine Website inhaltlich aufzusetzen. Es gibt natürlich Alternativen: Joomla ist da zu nennen, auch Drupal (dies eher vielleicht für User aus der Frontendentwicklerschiene, denn Drupal will  mehr und mehr für diese Entwicklerzielgruppe interessant sein). Und speziell in Deutschland spielt auch TYPO3 eine wichtige Rolle.

WordPress bietet womöglich die günstigste Variante, eine Website aufzusetzen

Immer mehr, so haben wir den Eindruck, wählen User WordPress. Das ist womöglich auch die günstigste Variante: WordPress läuft auf Shared Hosting Paketen sehr gut, auch auf kleineren. Man kann sich die Bedienung schnell selbst beibringen. WordPress ist schnell aufzusetzen, es gibt sehr viele Themes, die das Aussehen der Site bestimmen – kostenlose und auch kostenpflichtige und sehr viele Erweiterungen, die in der WordPress-Welt Plugins heißen.

Man muss sich etwas damit beschäftigen, aber die Einarbeitung fällt deutlich einfacher und ist deutlich schneller als das bei anderen Content Management Systemen der Fall ist.

Noch einfacher geht es nur mit den Homepagebaukästen. Manche funktionieren wie Wizzards, mit denen man mir nur ein paar Eingaben eine Seite generieren kann, ganz  automatisch. Wir bei goneo haben auch ein Website-Baukasten-Tool, easyPage.

Mit solchen Baukästen kann alles noch einfacher funktionieren als mit WordPress, aber man muss eben sich klar sein, dass man in einer eigenen Welt ist. Heißt: Man kann seinen Content nicht von Baukasten zu Baukasten mitnehmen, sondern ist eigentlich auf das gewählte System festgelegt.

Nun kann man einwenden, dass dies ja mit WordPress, Joomla, TYPO3 ähnlich aussieht. Auch da bekomme ich den Content nicht von Joomla auf TYPO3, beispielsweise. Das ist natürlich richtig. Dazu sollte man aber den Aspekt bedenken, dass WordPress der Open Source Lizenz unterliegt. Gleichwohl ist an WordPress eine recht große Firma angedockt, Automattic. Diese gehört mehrheitlich dem Mitbegründer der freien Software WordPress, Matt Mullenweg.

Automattic, der kommerzielle Teil der WordPress-Welt kauft Atavist wahrscheinlich wegen der Paywall-Funktionen

Von Automattic kommen zwei wichtige Plugins: Jetpack mit Statistik und Sicherheitsfunktionen zum einen, zum anderen WooCommerce. Das macht WordPress zum Shopsystem. Nun hat Automattic das Startup Atavist gekauft. Atavist bietet nach eigener Darstellung Storytelling und Pusblishing mit vielen denkbaren Medienformaten. Und zudem – und das wird der Grund sein, warum WordPress bzw. Automattic das Unternehmen gekauft hat – Atavist besitzt eine Paywallfunktion für Content, eine Bezahlschranke. Damit kann man Inhalte bepreisen und nur kostenpflichtig bereitstellen.

Bei WordPress gibt es ja derzeit einige Veränderungen im Kern des Systems, wir berichteten darüber mehrfach.

Matt Mullenweg präsentierte die Roadmap für den Rollout von Gutenberg in Belgard

Im Juni fand das WordCamp Europe in Belgrad statt. Ein WordCamp kann man sich vorstellen als Konferenz. Diese gibt es in unterschiedlichen Formaten auf nationaler oder regionaler Ebene und eben auch auf „kontinentaler“ Ebene.

Bedeutsam war Belgrad wegen der Einführung eines neuen Editors in WordPress. Bisher verwenden wir alle, die wir ein WordPress Blog betreiben, den integrierten TinyMCE, eine Editor, der ein wenig What you see is what you get ermöglicht, auch einige Textauszeichnungen und Formatierungen.

So war das seit Anbeginn gewesen, aber dieser Editor soll jetzt ersetzt werden. Gutenberg heißt der neue Editor und ist eine komplette Neuentwicklung.

Nun kann man sich vorstellen, dass so eine Veränderung nicht ohne Diskussion abgeht. Gutenberg soll integraler Bestandteil werden, sozusagen der Standardeditor, der im Kern des Systems verwurzelt ist. Die Art und Weise, wie man Inhalte einfügt, wird sich verändern. Man kann sich Gutenberg als WordPress User schon ansehen und das entsprechende Plugin jetzt schon hinzufügen und ausprobieren.

Ein konreter Einführungstermin wurde nicht genannt

Interessanterweise wird bis heute kein konkreter Termin für eine neue Hauptversion WordPress 5 genannt. Bisher laufen alle Änderungen und Vorbereitungen unter der Versionsnummer 4,9.

Offenbar muss also noch einiges getan werden. Man darf vermuten, mit Gutenberg, der ja produktpolitisch von ganz oben, von Mullenweg selbst gewollt ist, soll bei der Einführung bloß nichts schiefgehen.

Natürlich ist es nicht so einfach, langjährige Benutzer nun umzuerzuiehen. Man wird  auch künftig die Wahl haben und kann auf den bisherigen Browser zurück migrieren.

Allerdings soll Gutenberg auch tiefer integriert werden und auch Funktionen für die Personalisierung und Anpassung von Themes bekommen bzw. die Rolle des Customizers einnehmen. So wird WordPress nun auch zu einer Art Homepagebaukasten, weil viel mehr als jetzt blockorientiert gearbeitet wird  – dies ist ja eines der Kennzeichen, die konventionelle Homepagebaukästen gemeinsam haben.

Eine lange Testphase ist geplant

WordPress mit Gutenberg wird eine Zäsur. Nach den Ankündigungen des WordPress-„Chefs“ Mullenweg, der in Belgrad persönlich aufgetreten ist, gibt es ein recht lange Testphase mit Gutenberg – die Leute sollen auf dem  kommerziellen WordPress-Service zunächst die Wahl haben und Gutenberg empfohlen bekommen, können aber Gutenberg wieder abschalten und auf den TinyMCE zurückgreifen. Und sie werden dann auch befragt, warum sie sich so entschieden haben.

Das Thema neuer Editor ist ist empfindlich. Aus diesem Grund gibt es wohl kein festes Datum, um Druck rauszunehmen.

Allerdings – und das zeigt sich immer wieder – hat WordPress eine sehr sehr fähige und aktive Entwicklercommunity. Die konnten auf Anforderungen wie Datenschutzgrundverordnung entsprechend reagieren, so dass es eine optimierte Unterversion von WordPress 4.9 gab.

Natürlich fragen sich nun viele Anwender, wann kommt denn 5.0 nun. Einige haben uns auch schon geschrieben und gemeint, sie hätten ein paar neue WordPress Projekte umzusetzen, die sie vor sich herschieben, um auf die neue Version zu warten.

Wenn man die Aussagen zum Rollout von Gutenberg nun bewerten möchte: Vermutlich wird WordPress 5.0 erst im vierten Quartal 2018 erscheinen. Bis dann gibt stehen noch Alpha- und Beta-Tests an.

Die Zwischenzeit nutzen, um liegengebliebene Teilprojekte zu erledigen, eventuell auch, um in Sachen DSGVO nachzuarbeiten

Bis dahin können wir uns also um solche Dinge wie Sicherheit und Compliance kümmern.

Es scheint so als hätten viele die DSGVO schon ad acta gelegt. Sicher ist an der einen oder anderen Stelle noch Nachholbedarf. Im Bereich Dokumentation der Prozesse dürfte es bei vielen noch Nachholbedarf geben.

Die DSGVO wurde vor etwa einem Monat rechtskräftig. Es scheint uns nicht so als hätten viele Webseitenbetreiber die eigene Site aufgegeben und die Seiten geschlossen. Klar,  solches Verhalten gab es. Einige haben gemeint, der betrieb sei zu riskant und bringt zu wenig. Das Geschäft liefe auch so prächtig, denn die wirtschaftliche Lage sei doch super.

Dazu kann man aber anmerken, dass besonders Webseitenbetreiber betroffen waren und so handelten, die sich ohnehin nicht so sehr um die Website gekümmert hatten. Oft sah man da eher älteren Content und nicht mehr zeitgemäßes Look and Feel.

Andererseits kamen auch viele neue Websites dazu. Insbesondere ging es den neuen Kunden um eine einfache Handhabung von SSL-Implementierungen und dass der Server für das Hosting der Website in Deutschland beheimatet ist.

Einige halten eine eigene Website als Teil der Unternehmenskommunikation für verzichtbar – doch bleibt die wirtschaftlich gute Lage stabil?

Eines sollte man auch bedenken: Wir leben momentan noch in einer sehr guten wirtschaftliche Lage und es gibt viele kleine Unternehmen, die zur Zeit tatsächlich den Fokus eher auf die Erledigung des Bergs an Aufträgen legen. Sie finden teilweise keine Mitarbeiter und tun so viel sie können, um die Kunden zu bedienen.

Auch für die Mitarbeitergewinnung spielt der Außenauftritt des Unternehmens eine Rolle – und dazu gehört die Website und die eigene Domain.

Zudem kann die wirtschaftliche Lage auch kippen und dann kommt es wieder auf optimierte Marketingmaßnahmen an, die sich mit kleinerem Budget umsetzen lassen. Es gibt dafür durchaus Signale: Der weltweite Streit um Zölle – und Deutschland ist ja auf den Export sehr angewiesen. Auch die führenden Wirtschaftsinstitute rechnen nun mit weniger Wachstum: 2,2 Prozent Wirtschaftswachstum für 2018 wurden noch im April prognostiziert. Nun spricht man von 1,8 Prozenz, weil z.B. Handelskriege drohen, in Italien eine unklare politische Lage vorherrscht, der Brexit Groß Britanniens noch aussteht und währungspolitische Fragezeichen auftauchen.

Auch aus dieser Perspektive ist es besser, eine gut entwickelte und gepflegte Website mit eigener Domain zu betreiben.

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